Aktuellstes Projekt und gerade im Bau

Die Beweggründe

Duale Ausbildung, in der die Jugendlichen eine Lehrstelle in einer Firma beginnen und berufsbegleitend die theoretischen Fähigkeiten in der Berufsschule lernen, gibt es im Senegal nicht.

Weiterführende Schulen oder Studium sind nur privilegierten Jugendlichen möglich. Handwerksbetriebe sind meist sehr klein und räumlich so wie technisch ist es schwierig dort eine qualifizierte Ausbildung zu absolvieren, die außerdem mit Kosten verbunden ist. Das können sich die Kinder der Eltern unserer Zielgruppe nicht leisten.

Was zur Folge hat, dass hier eine weitere Generation von Hilfsarbeitern heranwächst oder gar zur Abwanderung in die Großstädte oder nach Europa verführt wird. Das möchten wir zumindest in unserer Region verhindern, da das Land die wertvolle Arbeitskraft dieser jungen Leute benötigt.

Die Projektphase

Unser Plan beinhaltet deswegen den Bau einer Ausbildungswerkstätte, so dass den Jugendlichen nicht nur die grundlegende Schulbildung zugutekommen kann, sondern auch eine weiterführende Berufsausbildung. Geplant ist die Lehre in den Gewerken Metallverarbeitung, Holzbau, Elektroinstallation und Schneiderei.

Das Grundstück für unser Vorhaben hat uns die Gemeinde Mbour schon zur Verfügung gestellt. Auf den Bildern sieht man dieses und die Vorbereitungen für den Bau der umrundenden Mauer und des Gebäudes. Die Mauer um das Grundstück ist übrigens in Mbour von größerer Bedeutung als man vielleicht denken würde. Sie signalisiert das Behalten und Bewirtschaften des Grundstücks.

Da das Projekt im Vergleich zu bisherigen Projekten einen großen Umfang hat, ist es sehr wichtig die Kosten und die Finanzierung gut zu durchdenken und diese im Blick zu haben.

Die Finanzierung

Insgesamt rechnen wir mit Gesamtkosten von 100.000 bis 110.000 Euro für die Bauphase und die Einrichtung der Werkstätte. Um diesen Betrag zu finanzieren, haben wir einen Antrag auf Unterstützung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gestellt. Dieser wurde nach vielen Iterationen und Verbesserungen im Antragsumfang am 13.Juni 2018 genehmigt und uns stehen somit ab Baubeginn 75% des Bauumfangs als Förderung zu. Das Abrufen des Geldes beim Bund geschieht immer vorbehaltlich dessen, dass wir 25% des gleichen Budgets eigenständig tragen können.

Mit diesen guten Nachrichten im Rücken konnten wir also nach der Regenzeit im September 2018 mit der Herstellung der Ziegel für den Rohbau beginnen. Aktuell befinden wir uns im Bau des Gebäudes und hoffen auf dessen Fertigstellung im Juli 2019.

Die Maschinen und Werkzeuge für die Ausbildung werden wir, soweit es Qualitätsunterschiede oder technische Standards nötig machen, im Frühjahr 2019 mit dem Container in den Senegal schicken. Alles was vor Ort in guter Qualität zu beschaffen ist, werden wir jedoch vor Ort besorgen.

Die Lehre

Die zukünftige Lehre übernehmen lokale Handwerksbetriebe aus Mbour, die vor Ort für eine qualifizierte praktische Ausbildung sorgen werden. Die Vereinbarungen dafür liegen uns bereits vor.

Der Verein strebt auch einen theoretischen Ausbildungsteil an, der durch staatliche Lehrkräfte gesichert werden wird. Diese werden uns von der Gemeine gestellt und auch durch diese entlohnt. In allen Ausbildungsberufen streben wir eine anerkannte staatliche Prüfung an.

Pro Ausbildungsperiode werden 25 Jugendliche das Ausbildungssystem durchlaufen. Auf lange Sicht wird sich der positive Effekt für die Jugendlichen und Familien in der Umgebung multiplizieren.

Nächste Schritte

  • Bau fertigstellen
  • Container mit Maschinen schicken
  • Ausbildungswerkstätte einweihen
  • Lehrplan aufstellen
  • Lehrlinge auswählen